Aufgabenstellung

Das Jahr 2019 ist geprägt von Jahrestagen, wie 1919, 1939, 1949 und 1989. Der Wettbewerb „Revolution und Demokratie“ nimmt die Ereignisse von 1919 und 1989 in den Mittelpunkt, welche maßgeblich für die demo-kratische Entwicklung in Sachsen stehen.

 

Die Jahre 1919 und 1989 stehen für den (Neu-) Beginn Sachsens in eine demokratische Gesellschaft. Die alten Ordnungsformen waren abgewirtschaftet und in sich zusammengebrochen. Sie kapitulierten beide mehr oder weniger kampflos. Mit Ihrem Sturz war der Weg frei für eine demokratische Entwicklung im Freistaat, die in den sächsischen Grundgesetzen von 1919 und 1992 manifestiert wurden.

 

Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass die Friedliche Revolution von 1989 ihren Ursprung in Sachsen hatte, einem historischen Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit. Das war auch das Ende einer mehr als 40-jährigen Teilung Deutschlands.

 

Die Ereignisse von 1919 und 1989 stehen in der Folgezeit auch für große gesellschaftliche Umbrüche. So hatte Sachsen nach 1919 mit den unmittelbaren Kriegsfolgen, einer Hyperinflation, hoher Arbeitslosigkeit sowie zahlreichen Umsturzversuchen und politischen Morden zu kämpfen. Auch nach 1989 mussten die Menschen mit den Folgen des Umbruchs leben, der sich in Arbeitslosigkeit und Deindustrialisierungen wider-spiegelte. In fast allen Biografien der Sachsen spiegelt sich das wider, mit Auswirkungen, die wir teilweise bis heute spüren.

 

Ungeachtet dessen, waren die Revolutionen von 1918 und 1989 aber auch von einer ungeheuren Kraft, Zuversicht und Willen gekennzeichnet. Geprägt war dieses von einer Aufbruchsstimmung, die alle Teile der Gesellschaft erfasste. Infolgedessen hatte sich der Freistaat Sachsen, heute und damals, zu einem anerkannten und wirt-schaftlich erstarkten Bundesland entwickelt.

 

 

 

 

 

 

gefördert durch:

Bei allen Erfolgen und positiven Entwicklungen ist aber nicht zu übersehen, das der Freistaat heute, wie in den zwanziger Jahren durch eine „nervöse“ und „gespaltene“ Mitte der Gesellschaft gekennzeichnet ist (Quelle: Sachsen-Monitoring 2018). In den zwanziger Jahren begünstigte das die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Das Ergebnis kennen wir.

 

Auch heute haben 47 Prozent der Sachsen soziale Abstiegsängste, sorgen sich um Altersarmut oder die Spaltung in Arme und Reiche. 22 Prozent treiben kulturelle Konflikte im Kontext von Migration und Integration um. Zudem tragen noch 37 Prozent der Sachsen noch die negativ bewerteten Umbruch-erfahrungen nach 1990 in ihrem „mentalen Rucksack“ und haben Angst, den erarbeiteten Wohlstand zu verlieren. Damit einher geht das Erstarken von Rechtspopulisten. (Quelle: Sachsen-Monitoring 2018).

 

Genau deshalb möchte die Sächsische Staatskanzlei mit dem künstlerischen Wettbewerb „Revolution und Demokratie“ ein Zeichen setzen. Staatskanzleichef Oliver Schenk sagt dazu: „Unter großem Mut der Menschen bahnten die Revolutionen vor bald drei Jahrzehnten und vor einhundert Jahren den Weg in die Demokratie. Es geht darum, an diese für Sachsen so bedeutsamen Ereignisse zu erinnern. Dass wir heute in demokratischen Verhält-nissen leben, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss stets verteidigt werden.“

Eine Aktion des Vereins Kunst + Projekte e.V.

im Auftrag des Freistaates Sachsen

in Kooperation mit Deutsche Art Szene e.V.

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